C. F. Gellerts Sämmtliche Schriften: Zweyter Theil

· 1769

An den Herrn Grafen Hanns Moritz von Brühl; bey seinem vierzehnten Geburtstage. S. 81 Wie selig lebt ein Mann, der seine Pflichten kennt, Und, seine Pflicht zu thun, aus Menschenliebe brennt, Der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbindet, Beruf, und Eid und Amt schon in sich selber findet! Ihm wird des andern Wohl sein eignes Himmelreich; Er fühlet meine Noth, als träf ihn selbst der Streich; Und das, was ihn beherrscht, ist ein gerecht Bestreben, So treu, als er sich lebt, der ganzen Welt zu leben. Das seine milde Hand dir Glück und Ruhe schafft, Ist kein erzwungner Trieb von deiner Thränen Kraft: Er sieht, du bist es werth, er sieht, er kann dir nützen, Und mehr, als du gehoff…

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